Glücksorte

Es ist schon kurios, dass ich schon so viele weit entfernte Ziele bereist habe, aber einige Orte in Deutschland bis dato noch auf meiner Liste fehlten. Kann doch nicht wahr sein! So kam es diese Woche sehr spontan zu einem sehr kurzen Citytrip nach Dresden. Der Reiseführer pries hierfür verschiedene Glücksorte an. Nach dem Motto „Fahr hin und werde glücklich“ ging es dann los. Transit Venus zum Neptun versprach ein paar schöne Tage am Wasser.

Der erste glückliche Umstand war, dass wir bei der Anreise nicht eine einzige Minute im Stau standen und in Rekordzeit da waren. Wir wurden von bestem Wetter empfangen und glücklicherweise waren noch Leihfahrräder im Hotel verfügbar, so dass wir uns direkt auf den Weg zu den vermeintlichen Glücksorten begeben haben. Wir haben aber dann doch recht schnell das Buch „über Bord geworfen“. Vielmehr haben wir uns einfach treiben lassen, sind hier und da stehengeblieben, weil wir lieber Straßensängern zugehört haben, als den Touristenattraktionen zu folgen. Man hatte überhaupt nicht das Gefühl, etwas zu verpassen. Für mich war es schon ein großes Glück, den Fahrtwind um die Nase zu haben und entlang der schönen Elbkulisse zu radeln. Etwas selbst erfahren kann eben auch ein Weg sein, etwas zu erfahren.

Wir machten Bekanntschaft mit „Einheimischen“ und waren mit ihnen bis nachts um drei in einer 24/7-Kneipe Kaffee trinken, diskutierten über Gott und die Welt und haben so ganz nebenbei noch viele Empfehlungen bekommen, wohin man gehen könnte. So wurde aus diesen paar Tagen eine sehr außergewöhnliche, vor allem aber unvergessliche, Reise. Ja sicher, wir haben einiges gesehen, uns bei anderen Dingen jedoch bewusst dagegen entschieden. Was andere vielleicht als verschwendete Zeit bezeichnen würden, war für uns eine einzige Freude. Auch das habe ich als Venus/Neptun empfunden – einfach Loslassen und Spaß haben.

Was nehme ich davon mit? Glück kann man nicht vorschreiben. Ein Reiseführer ist sicher nicht der Schlüssel dazu (höchstens für den Autor selbst vielleicht). Glück ist individuell erlebt. Was für den einen nichts besonderes ist, kann der nächste als größtes Glück erleben. Man kann es nicht erzwingen, man kann es nicht als selbstverständlich annehmen, man kann auch nicht erwarten, dass es morgen immer noch da ist – und es kann einen überall treffen. Noch größer wurde es für mich aber, weil ich diese Freude teilen konnte mit einem besonderen Menschen. Eine Freundschaft, die schon seit einer gefühlten Ewigkeit besteht, schon durch dick und dünn ist man zusammen gegangen. Jetzt hat diese Freundschaft neue Erinnerungen bekommen, die man für ewig im Herzen tragen kann.

Da ich diesen Text unter der Kategorie „Empfehlungen“ schreibe, gebe ich natürlich auch sehr gerne eine ab, aber heute mal nicht für ein Buch, sondern in diesem Fall für unser Hotel, das „Schloss Eckberg“. Für mich lag in diesem kleinen Paradies ein Stück Glück bereit. Das Beitragsbild oben haben wir im Hotelpark gemacht – der Sonnenstrahl jedenfalls kam direkt zu uns herunter. Mehr muss man dazu gar nicht sagen, Ihr versteht schon…

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Sabine Patatzki

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