In den Fluten

Der Westen wurde geflutet, die dramatischen Bilder aus Rheinland-Pfalz und NRW haben alle gesehen. Danke an alle, die sich nach uns erkundigt haben. Wir sind zumindest hier mit einem blauen Auge davon gekommen. Nicht weit von hier sieht die Lage aber leider anders aus. Neptun und Jupiter – derzeit beide in den Fischen – haben ihre gewaltigen Kräfte gezeigt, und es sind neben den immensen Sachschäden leider viele Todesopfer zu beklagen, auch bei den Einsatzkräften. Und viele Tiere haben es nicht geschafft.

Aber mit dieser Katastrophe wurde auch eine andere Welle losgetreten, nämlich die einer riesigen Solidarität und Hilfsbereitschaft. In verschiedenen Facebook Gruppen wurde umgehend organisiert und kommuniziert. Für alle dort hat einzig der Gedanke gezählt, dass jeder seinen Beitrag leisten konnte und kann. Hier musste niemand etwas erzwingen oder vorschreiben. Kein Blabla, sondern machen! Nicht auf „die von oben“ warten, sondern selbst handeln!

Ich bin froh zu sehen, dass wenigstens in Krisensituationen die derzeitige Spaltung der Gesellschaft aus dem Blickfeld rückt. Denn eins ist klar: alleine werden wir es schwer haben in diesen und auch in kommenden Zeiten. Dazu bedarf es keiner Flutwelle, dies zu wissen, aber es wurde uns damit vielleicht noch einmal deutlich vor Augen geführt. Solidarisch miteinander bleiben heißt eine starke Gemeinschaft zu bilden. Und eine starke Gemeinschaft/Gesellschaft hält auch Angst- und Panikmache jeglicher Art deutlich länger stand. Davon sind wir derzeit allerdings weit entfernt. Alleine werden wir jedoch untergehen.

Ein großes Danke an alle Einsatzkräfte und Organisatoren bzw. jeden, der in irgendeiner Form an der Rettung, Bergung und/oder Aufräumarbeiten beteiligt ist oder Unterstützung anbietet! Und meine Gebete für die Vermissten, Verletzten und Todesopfer – und deren Angehörigen. Ich tue mich heute etwas schwer mit meinem Text, denn mir liegt es fern, diese Naturkatastrophe zu instrumentalisieren. Vielmehr möchte ich appellieren an Zusammenhalt, der uns allen ein Anker sein kann. Nicht umsonst ist unser christlicher Glaube eine verbindende Kraft. Bleibt stark, in guten und in schlechten Zeiten. Das wünsche ich uns allen!

Eure Sabine

Beitragsbild: aus unserer Straße nach dem Feuerwehreinsatz

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Sabine Patatzki

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