Liberta!

Als ich vor einigen Monaten vom Tod von Milva hörte, dachte ich mir im Stillen, dass eigentlich nicht nur eine bemerkenswerte Künstlerin zu Grabe getragen wird, sondern die Freiheit, die sie in einem ihrer bekanntesten Lieder besingt, gleich mit. Zumindest ist wohl für jedermann mittlerweile deutlich zu sehen, dass uns allen überall Freiheiten jeglicher Art genommen werden. Dies gilt nicht nur für unsere Grundrechte, die wir durch die Impfung gnädigerweise als Almosen wieder zurückerlangen können. Ja, oder wollen wir etwa auf ewig nicht mehr verreisen dürfen? Wo kommen wir denn da hin? Selbst Kaffeetrinken gehen ist demnächst nur noch mit dem Grünen Pass möglich? Wohin geht wohl die weitere Reise? Fragen über Fragen … Wir können es nur mutmaßen, aber ein Zurück wird es wohl ohne Bedingungen so nicht geben.

„Das Gesetz ändert sich. Das Gewissen nicht.“ (Sophie Scholl)

Auch die Meinungsfreiheit ist massiv unter Beschuss, jüngstes Beispiel ist Nena, an der gerade medial ein Exempel statuiert wird. Der nächste Künstler, der wohl jetzt wirtschaftlich und gesellschaftlich der Garaus gemacht werden wird. Früher nannte man das „Geächtete“ – eine Vokabel, die sich bis in die heutige Zeit gehalten hat, wo es tatsächlich möglich ist, dass jemand für seine Meinung existenziell gebrandmarkt wird. „Niemand soll mir sagen, was hier das Beste ist“ – eine Zeile aus Nena‘s Lied „Fragezeichen“ aus dem Jahr 1984. Auch Milva besang die Freiheit mit „Liberta!“ bereits im Jahr 1979. Heute, nach Jahrzehnten, die ins Land gegangen sind, könnten die Texte zeitloser nicht sein. Hinhören lohnt sich – überall!

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Sabine Patatzki

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