Ohne Hoffnung fängt man keine Maus

Würde man jemals einen Aprikosenbaum pflanzen, wenn man nicht die Hoffnung hätte, dass er eines Tages Früchte für die herrlichste Marmelade bringt? Oder würde man zum Beispiel etwas niederschreiben, wenn man nicht die Hoffnung hätte, dass es irgendwann auch von irgendjemandem gelesen wird? Wohl kaum. Und so würde die Katze auch gar nicht erst losziehen, wenn sie ohnedies keine Hoffnung hätte, ein Mäuslein zu erhaschen.

In allem, was wir tun, liegt Hoffnung, welche für mich auch mehr ist als nur eine gesunde Portion Optimismus. Hoffnung hält uns am Leben, ist so wichtig für uns wie das tägliche Brot. Zwischen Hoffen und Bangen liegt oft nur ein Wimpernschlag. Deshalb sind wir auch gefordert. Wer meint, dass aller Erfolg einfach so von selbst kommt, bekommt beizeiten die Quittung, dass dem nicht so ist. Ein junges Pflänzchen muss gepflegt und gegossen werden. Sowie unsere Gedanken klar sein müssen und in eine Form kommen, dass unsere Botschaften auch von anderen verstanden werden können. Erst dann kann aus einem Keim etwas Großes entstehen. Hoffnung ist keine Eintagsfliege. Hoffnung ist auch keine Einbahnstraße.

Rückschläge und Enttäuschungen gehören natürlich auch dazu. Es ist keine Schande, auch Misserfolge zu erleben. Es ist auch keine Schande zu weinen. Niemand hat gesagt, dass unser Weg einfach wird. Manchmal stolpern wir über Steine, manchmal müssen wir ganze Berge überwinden – und manchmal freuen wir uns über Rückenwind. Nur stehenbleiben ist falsch.

Richten wir unseren Blick zur Sonne – sie scheint für uns an jedem Tag, auch wenn es manchmal bewölkt ist. Kraft gibt uns auch die Gemeinschaft: Menschen, die an dasselbe glauben, dasselbe lieben, auf dasselbe hoffen. Menschen, die an unserer Seite den Weg mit uns gemeinsam gehen: Schritt für Schritt. Ohne Hoffnung wären wir doch gar nicht erst losgegangen.

Meine Gedanken sind immer noch bei den Flutopfern. Das Ausmaß der Zerstörung ist einfach unbeschreiblich, und die Not und Verzweiflung bei den Betroffenen groß. Ich hoffe inständig, dass das Versprechen von Hilfsgeldern, die wohl vielfach bislang nicht geflossen sind, nicht das Schüren falscher Hoffnungen war. In den Nachrichten erscheint dies alles weit weg, aber tatsächlich ist es ganz nah. Hier im Bild ein Teil des Schadens meiner Taufkirche. Jede Kerze auch eine Hoffnung für unsere Verstorbenen – einfach weggespült vom Wasser.

Ein Lied, welches gerne zu Taufen gesungen wird, habe ich unten verlinkt. Ebenfalls handelt es von Hoffnung … 

In diesen Tagen wünsche ich uns allen, dass wir in Liebe bleiben, unseren Glauben stärken (Credo) und unseren Funken der Hoffnung nicht verlieren. Im Vertrauen auf Gott, auf dass am Ende alles gut wird.

Eure Sabine

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Sabine Patatzki

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