Selbstbild

Schönheit liegt im Auge des Betrachters, so sagt man. Jenseits von gesellschaftlichen Schönheitsidealen aber gibt es für mich immer mal wieder Tage, da mag ich mein Spiegelbild so gar nicht leiden. Selbst die schönste Klamotte kann nicht darüber hinweg helfen, dass ich mir einfach nicht gefalle. Dabei stelle ich gemeinhin fest, dass es gar nicht nur das Äußerliche ist. Vielmehr ist es so, dass mein Inneres gestört ist und sich dies sogleich im Äußeren zeigt.

Grundsätzliche Unzufriedenheit, anstatt Dinge auch mal positiv zu sehen? Zu hohe Erwartungen an andere und auch an mich selbst? Mangelnde Gelassenheit? Gebe ich wirklich mein Bestes? Wie beantworte ich diese Fragen? Was sagt mein Gewissen zu all dem?

Wenn es im inneren Gebälk knarzt, kann ich nach außen nichts Schönes ausstrahlen. Ist es nicht so, dass es an uns nagt, wenn wir eigentlich doch wissen, wo wir uns verbessern müssten? Können wir vor einem moralischen Hintergrund in den Spiegel blicken? Wird uns gefallen, was wir dort sehen? Ertragen wir unseren Anblick?

Was wir bei uns selbst von innen nach außen spiegeln, geben wir auch weiter in unserer Wirkung auf andere. Wir werden von unserer Umwelt wahrgenommen – und dies vielleicht nicht immer so positiv, wie wir es gerne hätten. Als Vorbild können wir für andere wirken, wenn wir lichtvoll durchs Leben gehen und Liebe die Grundlage unseres Handelns ist. Die Liebe ist mächtig. Je reiner wir innerlich sind, desto mehr Licht strahlen wir nach außen aus. Keiner sagt, dass das immer so leicht ist, aber es liegt an uns allein. Wenn uns also mal wieder unser Spiegelbild nicht gefällt, dann haben wir es selbst in der Hand, dies zu ändern – jeden Tag aufs Neue. 

Beitragsbild: Pixabay

Sabine Patatzki

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