Solidarnosc

Unter dem Begriff „Solidarität“ verstehen wir alle wohl mehr oder weniger dasselbe: Seite an Seite stehen, füreinander da sein, in die gleiche Richtung schauen, also gleiche Ziele und Anschauungen haben, unbedingtes Zusammenhalten.

Was mich in den letzten Tagen wirklich beeindruckt hat, ist die Solidarität, die zum Beispiel Frankreich und England mit ihren Demonstrationen für die Freiheit Österreichs gezeigt haben. Es ist vielleicht zunächst nur eine vermeintliche Minderheit, die sich solidarisch erklärt. Natürlich hat nicht die ganze „République“ vor der österreichischen Botschaft demonstriert. Aber es war deutlich in den Medien zu sehen, dass es keine zu vernachlässigende Menschenmenge war.

Weiter heruntergebrochen habe ich beobachtet, dass geimpfte Menschen die 2G Regel ablehnen und zum Beispiel nicht mehr ins Restaurant gegangen sind (obwohl sie es als Geimpfte durchaus hätten tun können), weil sie sich solidarisch mit Ungeimpften erklärten. Oder Gastronomie hier und da, die gleich ganz zugesperrt hat, bis diese Ausgrenzung von Ungeimpften wieder vorbei ist. Auf Kosten ihrer Existenz zeigten sie ihre Form der Solidarität. Ansonsten ist ja eher das Gegenteil zu vernehmen: Ungeimpfte werden in fast allen Medien als Tyrannen bezeichnet und für die Pandemie komplett alleine verantwortlich gemacht – insbesondere werden Impfverweigerer nur allzu gern als UNSOLIDARISCH verunglimpft. Verständnis füreinander: stark sinkend, jeden Tag mit niedrigerer Halbwertzeit!

Im Grunde genommen sind auch Gewerkschaften solidarisch, sollen sie doch als Interessenvereinigung für die Arbeitnehmerschaft dienen. Die berühmte polnische Arbeitergewerkschaft „Solidarnosc“ war aber sogar weit mehr als nur das, legte sie doch den Grundstein für die spätere friedliche Revolutionsbewegung. Hier ein sehr interessanter Link zu Hintergrund und Geschichte der Solidarnosc.

Schauen wir heute, über 40 Jahre später, wieder in den Osten: Polen schützt zur Zeit die europäischen Außengrenzen vor illegaler Migration. Und auch hier gibt es nur wieder spaltende Nachrichten – und einer schreit lauter als der andere. Und während der Blick vorrangig gezielt dorthin gelenkt wird, reißen die Ströme über andere Routen ja nicht ab.

Spaltung schwächt, ob auf nationaler Ebene oder bis hinunter zum Abendbrottisch von Familien. Es scheint gewollt zu sein, dass wir uns entzweien. „Ausgrenzung“ und „Hetzjagd“ sind nur zwei Begriffe, die erschreckend oft fallen in letzter Zeit. Um stark zu bleiben und dem Druck nicht nachzugeben, bedarf es Einigkeit und Verständnis, vor allem aber friedliches Verhalten. Seien wir solidarisch, alle miteinander, alle füreinander!

Sabine Patatzki

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